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Hörbar Spezial: Live, Teil 1
5.02.2010, 23:15 in Musik | Kommentare (3)
Das ist mir etwas aus dem Ruder gelaufen…
Christina Aguilera – Live And Down Under (DVD)

Ich hab bei Muddi Aguilera’s Live-DVD mal darauf spekuliert, dass sie bei ihrem Sydney-Konzert aus dem Jahre 2008 sowohl in Form ist, als auch ne gute Live-Band dabei hat. Dass die gute Dame singen kann, stand (hoffentlich) nie zur Diskussion. Das macht sie hier glücklicherweise deutlich. Grade “Fighter” (Anspieltipp) und “Ain’t No Other Man” sind hierfür felsenfeste Argumente. Die Band und vorallem die Backgroundsängerinnen sind anständig, aber keine Sensation. Gelungen ist die Mischung der Songs, vorallem weil sie nicht ausschließlich ihre Singles ableiert, sondern Variation und Schwung einplant. Stellenweise wird es jazzig, soulig und ja: Auch etwas Rock mag man raushören. Die “Raggae”-Version von “What A Girl Wants” kann sie aber nicht ernst meinen. 
Hier hat man es zu 75% nicht mit einer 0815-Pop-DVD zu tun und auch wenn manches (besonders “Oh Mother”) doch übelst kitschig und manches schlichtweg grausig schlecht (“Dirrty”) ist, geht der Daumen doch eher leicht nach oben.
Daft Punk – Alive 2007

Vier Glockenschläge und jeder in der Arena weiß, was jetzt kommt: Daft Punk’s “One More Time” war einer der großen Club-Hits des letzten Jahrzehnts. “Alive” ist ein Live-Set aus dem Jahre 2007 und beinhaltet 1:13Std House-Dauerbeschallung aus den Federn der französischen DJs. Da das ganze unterbrechungsfrei ist, sind einzelne Tracks nur als Orientierungshilfe angegeben. Mit dabei sind unter anderem “Harder, Better, Faster, Stronger”, “Around The World” und “Aerodynamic”. Fest steht: Man muss in der richtigen Stimmung sein, um feststellen zu können, dass das meiste wirklich House von der feinen Sorte ist. Grade “Television Rules The Nation/Crescendolls” ist quasi eine audiovisuelle Einladung zur Abgehkunst. Hat man das begriffen, sich angeschnallt und den Shuffle ausgeschaltet, startet man eine Club-Tour der ganz großen Klasse. Synthesizer fangen an zu glühen, das Mischpult schwebt, Blut und Schweiß vermischen auf der Tanzfläche, es wird deutlich, warum Daft Punk auf dem House-Thron sitzen. Eine großartige Live-Platte ohne einen einzigen halbwegs ruhigen Moment. Das kann nervtötend sein, wenn man nicht drauf gefasst ist, das kann aber auch in wildeste Tanzerei ausaten. Sehr gut! Anspieltipp: Die Passage mit “Too Long / Steam Machine / Around The World / Harder, Better, Faster, Stronger”.
Culcha Candela – Live 2008

Ok, also lyrisch ist das (milde gesagt) einfach. “Ey DJ” wird trotzdem Anspieltipp. Warum? Weil es ziemlich Stimmung macht und sich schlicht nicht um Sinn und Verstand kümmert. Manchmal eigentlich ne ziemlich gute Einstellung. Raggae-Beats, Dancehall und etwas Hip-Hop sind die Schlagwörter bei dieser internationalen Combo und das wird konsequent umgesetzt. Aber moment. Was ist das auf einmal bei “Stretch Your Mind”? Sinn? Gesellschaftskritik? Gehalt? Sieh mal einer an. Mal weiter schauen: “This Is A Warning” bietet ebensolche Qualitäten, “Quisiera” soweit ich das beurteilen kann auch. Ich muss wohl mein vorschnelles….moment….”Partybus”…..”Hamma!”…..vergesst es! 
Hier geht zumindest Kopfnicktechnisch einiges, vorallem die älteren Raggae-Stücke sind gelungen und live machen die sieben gehörig Dampf. Trotzdem: Irgendwie fehlt was. Nach spätestens vier Songs hat man das Gefühl, alles schonmal gehört zu haben und lechzt nach Abwechslung. Die ein oder andere Nummer dieser Scheibe kann man immer mal tun, das Gesamtwerk kommt über ein müdes “Joah…” nicht hinaus.
Dave Matthews Band – Europe 2009

Ich hab keine Ahnung, warum die in Europa niemand wirklich kennt. Denn die Dave Mathhews Band entfaltet ihr volles Potential live. Und das mit Macht: Die Songs der acht Studioalben sind quasi grobe Anhaltspunkte für eine große Jam-Session mit Gitarre, Schlagzeug, Bass und Blechbläsern. Die vier Amis zeigen gradezu geniale Virtuosität wenn sie improvisieren und sich völlig in den Songs verlieren und erst nach zehn, zwölf Minuten zu einem Ende zu bringen. “Lying In The Hands Of God” (Anspieltipp) ist das wohl beste Belegexemplar. Die Mischung aus Saxophon und Rock macht unheimlichen Spaß, nicht nur der Band selber. “Europe 2009″ ist ein astreines Live-Album! Empfehlung! “Dive In” macht mir Angst.
Brotundwurst – Spielt, Ihr Spinner!

Die “Spinner”, die hier im Albumtitel angesprochen werden, sind Ben und Hannes, ein bisher relativ unbekanntes Liedermacher-Duo, das allein mit Akustik-Gitrarre und Bass einen ganzen Abend füllen will. “Spielt, ihr Spinner” lebt zu 100% von den Texten. Klar, manches ist musikalisch schwungvoller als anderes (“Ich hasse dich”) und sicherlich verstehen die beiden auch ihr Handwerk an der Klampfe, aber über eine Begleitfunktion für die Lyrik kommt die Musik nicht hinaus. Das ist aber auch nicht Zielsetzung von Liedermachern. Die Texte sind aus dem Leben, teilweise urkomisch (“Ich Glaub Ich Leb Nur Noch Im Internet”), manchmal tragisch (“Ich Würd Dich Gerne Lieben”), oft wirklich witzig (“Das Letzte Bier”), so gut wie immer hörenswert. Stellenweise fühlt man sich sehr verstanden. Wer mal wieder unterhalten werden und kein musikalisches Feuerwerk abbrennen will , kann hier durchaus mal reinschauen. Man muss aber die Zeit haben, den Texten Beachtung schenken zu können.
Toto – 25th Anniversary: Live In Amsterdam

Als Toto 1977 gegründet wurden, war an mich noch nich zu denken. Eine Menge Musiker haben seitdem unter diesem Namen auf der Bühne gestanden. Und dass die Besetzung von 2003 einiges auf dem Kasten hat, wird hier recht schnell recht deutlich. Grade David Paich macht von hinter den Tasten aus schnell klar, wo der Wind her weht, sein Solo ist großartig. Völlige Verausgabung ist auch bei Bobby Kymball Trumpf, man merkt ihm an, wie sehr er in seiner Musik steckt. Die Songauswahl beinhaltet alles, was man erwartet: “Africa” (Bass-Solo!), “Hold The Line” (Anspieltipp, Gitarrensolo!), “Rosanna”. Und auch wenn ich zugegebenermaßen vieles nicht kenne und manches schlicht langweilig ist (“I Won’t Hold You Back”), für ne gepflegte Portion guten alten Rock reicht das locker!
P!nk – Funhouse Tour Live In Australia

Ein vorsichtiger Blick auf Alicia Moores Setlist ihrer “Funhouse”-Tour macht Sorgen: “Bohemian Rhapsody”? Bei Coverversionen von ganz ganz großen Songs bin ich empfindlich. Da musste sie mir was beweisen. Die Zahlen sprechen erstmal für Pink. Knappe 2 Stunden bringt sie auf die Uhr, 22 Songs sind dabei. Das ist anständig. Na dann mal los: Das “Intro” beinhaltet einen ersten Schocker. Sie versucht sich vergebens an “Highway To Hell”. Was sagte ich über solche Cover?
Das muss sie lassen! “Bad Influence”, “Just Like A Pill” und ein erster Blick auf die Band: Bisher machen vorallem der etwas rockigen Riffs und die Damen aus der Background-Fraktion wirklich Spaß. “U And Your Hand”, “Leave Me Alone”, “So What”. (Ihre Singles. Auch noch in der richtigen Reihenfolge.) Der Eindruck der Band festigt sich und auch Pink selbst macht einen guten Eindruck. Vorallem ihre sympathische Interaktion mit dem Publikum bringen Punkte! Die Accoustic-”Trouble”-Version ist gelungen. Dann ist es soweit: “Bohemian Rhapsody”. Und tatsächlich: Die Band, insbesondere Gitarre und Background, macht den Song zu einem wirklich hörbaren Cover und zum Anspieltipp! Und auch das Gnarls Barkley-Cover (welches wohl? ;)) macht gut Stimmung. Ich halte fest: Eine fast durchweg gelungene Live-DVD, in der Pink und ihre Band fast zwei Stunden lang unterhalten können. Gute, rockige Interpretationen ihrer Songs, ziemlich schwungvolle Nummern. Empfehlung.
Katy Perry – MTV Unplugged

Das neon-pinke Wohnzimmer, in dem dieses Unplugged stattfindet, mag abschrecken. Sollte es aber eigentlich nicht. Denn eigentlich hat diese 7-Song-Performance was zu bieten. Die Songs sind nett aufbereitet, Katy kann offenbar tatsächlich singen und sieht dabei auch noch ansprechend aus. Ihre “I Kissed A Girl”-Variante wird von den vier Jungs an den Saiten und Tasten sehr gut interpretiert und das “Hackensack”-Cover (Fountains Of Wayne) ist großartig und Anspieltipp. Nicht so gelungen: Das langweilige “Brick By Brick” und die Tatsache, dass es nur zu 7 Songs gereicht hat.
Jay-Z – MTV Unplugged

Direkt das nächste Unplugged hinterher. Und eins vorweg. Der Afro von dem Mann an den Drums ist der Blickfang überhaupt.
Da hilft auch Jay’s Bling-Bling nichts. Zur Musik: Eigentlich verwunderlich, dass Jay-Z sich an ein MTV Unplugged gewagt hat. Nicht dass er und seine Band nicht die Beats auch wunderbar ohne Elektrotechnik hinbekommen würden. “Jigga What” und “Big Pimpin” (Anspieltipp) klingen sogar fast besser als ihre Originale. Nein, der Knackpunkt sind die gewissen Worte, die hier nicht den Weg ins Mikro finden dürfen. Grade bei “Can I Get A “Fuck You”" scheint das zunächst kaum machbar, doch Jay umschifft diese Passagen unheimlich geschickt. Sprechgesang vom Feinsten beim “Hard Knock Life”. Mary J. Blige’s Gastauftritt und ihr “Family Affair”-Eingriff gelingen auch. Für Hip-Hop-Freunde sicher ein Muss. Alle anderen hoffen vergeblich auf Einflüsse aus anderen Genres.
Nine Inch Nails – Another Version Of The Truth

So. Zeit, es knacken zu lassen!
Vorgeschichte: Trent Reznors Verhältnis zur Musikindustrie war ja nie ein besonders gutes. Immer wieder sind ihm Wege eingefallen, seine Musik für Lau an die Fans zu bringen. Sein neuster Coup ist “The Gift”. Nach der letzten Amerika-Tour tauchten auf einmal ganz zufällig ungeschnittene Full-HD-Aufnahmen kompletter Konzerte im Internet auf. Durch die Tatsache, dass es Rohmaterial ist hat die Plattenfirma keine Rechtsansprüche an den Aufnahmen. Wie durch Geisterhand entsteht eine Website, auf der ein anonymes Team von “Fans” das Material zu einer fertigen Produktion bearbeitet hat. Ganz unprofessionelle Fanarbeit versteht sich. In Full-HD.
Neben Download-Links zu dieser 2Std-Performance in den unterschiedlichsten Formaten (von Full-HD über Youtube bis runter zu Handy-Formaten) ist auch ein Booklet enstanden.
Inhaltlich ist das das ganz große Tennis des Industrial! Wer aber von sich weiß, damit nichts anfangen zu können, macht hier den Bogen. Vorallem die düstere Bühnenshow ist das absolute Nonplusultra an Lichttechnik (“Only“, oha!
) und die völlige Verausgabung des Trent Reznor in einem audiovisuellem Spektakel mit 31 (!) Akten. Songs wie “Head Down” und “Wish” lassen es schon früh gewaltigst rauchen. Dass nach “Head Like A Hole” überhaupt noch die Halle steht ist überraschend. Auch die wenigen ruhigen Stücke wie “Hurt” (wurde übrigens mal von Johnny Cash gecovert) gelingen. Grade hier merkt man, wie sehr Reznor in seiner Musik steckt und keinerlei Show benötigt um sie zu vermitteln. Er spricht kein Wort mit dem Publikum, ballert ihnen ausschließlich die Songs um die Ohren.
Vielen anderen nehm ich das übel, aber aus irgendeinem Grund ist es hier genau das richtige. Mit auf Tour genommen (er ist das einzige feste Mitglied der NIN) hat er diesmal übrigens Josh Freese (von A Perfect Circle), Robin Finck (von Guns ‘n Roses) und Ilan Rubin (von den Lostprophets) Fazit: Düster, hart und der Traum eines jeden Lichttechnikers. Aber auch unglaublich anstregend, hochkomplex und rau. Industrial eben. Das ist nicht jedermanns Bier. Kann ich auch nicht immer…
Queen – Live Magic

Ja, das ist schnell erzählt. Freddie Mercury und seine Jungs legen hier (1986, Wembley) eine 1A-Show hin. Die großen Songs (“We Will Rock You”, “Bohemian Rhapsody”, “Radio Ga-Ga” usw) sind dabei und machen vorallem wegen Mercurys Gesang Spaß. Er lässt die Fans angenehm oft mitsingen und auch wenn man bestimmt noch mehr als 15 Songs hätte auf die Scheibe packen können, fällt mir jetzt nichts ein, was mich von einer Empfehlung abhalten könnte…
Bob Marley And The Wailers – Live! 1975

Es klingt ein wenig wie die Orgel von der Heilsarmee, was da im Hintergrund von Bob und seinen Freunden klimpert. Und es macht Spaß! Der Altmeister des Raggae macht hier (fast) alles richtig: Hits spielen (“No Woman No Cry” Anspieltipp, “I Shot The Sheriff”), aber auch unbekannteres bringen (“Burnin’ And Lootin’”). Immer ein ganz entspanntes Tempo, immer gut anzuhören. Grade dem anwesenden Publikum merkt man diese große Gelassenheit an, die sich auch auf der CD wiederfindet. Zwischendurch mal n Solo an Gitarre oder Harmonika, ab und an mal die Backgrounddamen. Gelungen!
Rammstein – Völkerball

Ja, das bestätigt meine “2 Welten-Theorie” über Rammstein: Um es zu hören, ist das zu wenig. Das Motto “Drei Akkorde -> Gib ihm hart” reicht nich wirklich immer, auch wenn sie zugegebenermaßen stellenweise ganz schön anständig Hartgas fahren. Sie wollen ja immerhin ne Industrial/Metal-Band sein. Und diese ultratiefe Stimme von Till Lindemann ist nicht mein Ding. “Sonne” (Anspieltipp), “Benzin” und “Du Hast” sind die besten der 21 Songs. Warum sie aber “Engel” nicht gespielt haben, ist mir schleierhaft.
Das ist die erste Welt. Die zweite Welt ist Rammsteins Live-Show. Und die ist unvergleichlich. Eine Bühnendeko im 100%-Industrial-Stil, wahnsinnige Kostüme, eine 4cm Schminke-Schicht. Aber vorallem fackeln sie in krassem Ausmaße die Bühne nieder, das ist unvorstellbar. Es funkt und blitzt ununterbrochen an allen Ecken und Enden und andauernd fragt man sich, ob Feuer in dem Außmaße überhaupt noch so geplant war.
Einfach nur deshalb würde ich fast soweit gehen und die DVD auch nicht-Rammstein-Freunden empfehlen. Aber nur fast, denn dafür ist die Musik dann doch nicht überzeugend genug.
Guns ‘n Roses – Live Era ‘87-’93

Das einzige Live-Album von GnR stammt aus den guten Zeiten: Axl Rose noch nicht peinlich, Slash noch an der Gitarre und Songs wie “Welcome To The Jungle” und “Paradise City” am Start! Die Scheibe mit Live-Aufnahmen von allen möglichen Konzerten ist super. Besonders hervorzuheben: Die 12-min-”November Rain”-Version, das Solo auf “Sweet Child ‘O Mine” und das Bob Dylan-Cover “Knockin On Heavens Door”. Axls unvergleichliche Quietsch-Stimme bringt richtig schön 90er-Jahre-Flair durch die Boxen und zwischendurch wird sogar ganz ordentlich gerockt. Gut! Dabei hätte es Herr Rose auch dringend belassen müssen…Anspieltipp: “Sweet Child ‘O Mine”.
Pur – Pur Live Die Zweite

Nein. Also wirklich nicht! Eigentlich schon deshalb nicht! Aber dazu kommt dann noch dieses Gedudel. “Geweint Vor Glück”, “Graues Haar”, “Abenteuerland”, alles die gleiche Brühe. Ja, sie spielen live und vermutlich können sie sogar etwas an den Instrumenten. Manchmal hat man das Gefühl, dass das nicht ausgeschlossen ist (“Lena”). Aber das vermeintliche Talent schafft es nicht durch diese dicke Schleimschicht, hinterlegt von so Krachern wie “Hör Gut Zu”. Eine lyrische Profanität, die seinesgleichen sucht. Musik für dumme. Anspieltipp: “Ich Lieb Dich”. Oh, diese Romantik!
Bryan Adams – Live At Slane Castle

Ein klassisches und schnelles “Joah”. Zwischendurch rockt Mr.Adams das irische Schloss überproportional gut (Der Anspieltipp “Summer Of 69″ oder “Cloud No 9″), zwischendurch sind auch die langsamen Sachen ganz gut (“(Everything I Do) I Do It For You”), die meiste Zeit dümpelt das aber so vor sich hin. 19 Songs. Nie wirklich schlecht, nie wirklich hervorragend. Thema durch.
Juli – Ein Neuer Tag (Live)

Ich weiß nicht, woran es liegt. Ist es die deutsche Sprache? Eva kann man auf jeden Fall keinen Vorwurf machen. Sie gibt während der 17 Songs alles. Und eigentlich will ich auch dem Rest von Juli nicht wirklich den schwarzen Peter geben, warum ich mich hiermit nich so wirklich anfreunden kann. Denn die Jungs bringen mit netten Riffs (“Warum”) und gelegentlichen Solo-Einschüben Abwechslung in die Halle. Vielleicht liegt es an den etwas nervtötenden Melodien, wie beispielsweise bei der “Geilen Zeit” oder der “Perfekten Welle”. Oder an den Texten? Im Vergleich zu anderen deutschsprachigen Sprachrohren des Genres (Stichwort “Silbermond”) ist das eigentlich akzeptabel. Ich weiß auch nich, warum ich damit nicht warm werde. Probiert ihrs.
Johnny Cash – Live At The Folsom Prison

Kein “Ring Of Fire”, kein “I Walk The Line”. Altmeister Cash spielt hier 1968 vor ein paar Knackis im kalifornischem Folsom eine bunte Mischung aus unbekannten Sachen mit textlichem Knast-Bezug und Covern und wird dabei tatkräftig von seiner späteren Frau June und den Tennesse Three unterstützt. Dabei kommt großartiges zustande: “Folsom Prison Blues”, “Send A Picture Of Mother”, “Cocaine Blues”. Alles die große Kunst des Country, soweit ich das sagen kann. 19 Songs, die man sich vorallem dann gut anhören kann, wenn man die Vorgeschichte zu diesem Konzert kennt und/oder den Film gesehen hat. Klar: Wer nix von Cash kennt, dem sei das hier nicht als Einstieg empfohlen. Dazu sind die Songs zu unbekannt. Dem Rest schon! Ziemlich uneingeschränkt sogar.
Sonderzug
3.02.2010, 22:01 in Verkehr | Kommentare (3)
(Da das sicherlich nicht für jeden spannend ist absolut niemanden interessiert, die Startseite eh schon gesprengt ist und ich dafür sowieso schon belächelt werde, verschwindet dieser Artikel hier
)
Music For Relief
21.01.2010, 21:07 in Musik | Kommentare (5)
Vermutlich Hörbar
6.01.2010, 23:42 in Musik | Kommentare (8)
Alben, die 2010 vermutlich den Weg durch meinen Gehörgang finden werden.
John Mayer – Battle Studies – 08.01.
Radiohead – tba – “2010″
Beatsteaks – tba – “Juni 2010″
Blink 182 – tba – tba
Deftones – tba – 27.04.
Jimmy Eat World – tba – “2010″
Korn – “Kovers” – “Late 2010″
Lifehouse – “Smoke And Mirrors” – 05.02.
Limp Bizkit – “Gold Cobra” – “When Fred twitters it!”
Linkin Park – tba – “Oktober 2010″
Lostprophets – “The Betrayed” – 29.01.
My Chemical Romance – tba – “Juni 2010″
REM – tba – “Late 2010″
Stereophonics – “Keep Calm And Carry On” – “March 2010″
The White Stripes – tba (Live) – “March 2010″
Gorillaz – Plastic Beach – “March 2010″
Groove Armada – “Black Light” – 26.02.
Zeraphine – tba – “Juni 2010″
Christina Aguilera – tba – “March”
Dido – tba – “March”
Dixie Chicks – tba – “April”
Avril Lavigne – tba – “March”
Amy MacDonald – tba – “Early 2010″
Scissor Sisters – tba – “March 2010″
Beastie Boys – “The Hot Sauce Committee Pt. 1″ – “Early 2010″
Busta Rhymes – “Chemo” – “Summer 2010″
tba = to be announced
Sneak Preview: The Visitor (OV)
29.12.2009, 01:53 in Kino | Kommentare (0)
Meine über dreimonatige Kino-Abstinenz hatte ein Ende! Die Montags-Sneak im UCI beendete die Durststrecke mit einem amerikanischen Immigrations-Drama.
“The Visitor” handelt von dem verwitwerten Walter, der ein sehr monotones Leben als Professor an einer Universität in Connecticut führt und auch nur widerwillig den Auftrag annimmt, in New York ein Papier vorzustellen, in dem er als Co-Autor angegeben wird. In seinem Appartment in New York angekommen, trifft er auf Tarek und Zainab. Das junge Paar hatte die Wohnung ohne Walters Wissen in seiner Abwesenheit bewohnt. Aus Mitleid lässt Walter sie ein paar Tage bei sich wohnen und es entwickelt sich zwischen Tarek und ihm eine Freundschaft, vorallem weil Walter durch Tareks Percussion-Künste endlich den Zugang zur Musik findet, den er seit dem Tod seiner Frau gesucht hat. Doch Tarek und Zainab sind illegal in den USA und durch einen Zufall wird Tarek verhaftet…
Der Film hat zwar seine Längen, ist aber ansonsten relativ sehenswert. Zwischen der vielen Dramatik und Tragik kommt immer mal wieder ein wenig Situationskomik hervor und vorallem die musikalischen Einlagen machen Laune. Klar, in der Sneak ist so etwas gefährlich, grade wenn man auf Action-Knaller oder Lachorgien aus ist, aber für einen nachdenklichen Filmabend in der Gesellschaftskritik reicht das hier alle mal.
Ein Weihnachtsmärchen
19.12.2009, 14:57 in Allgemein & Musik | Kommentare (2)
Es war einmal im vereinigten Königreich. Dort war es zur Tradition gekommen, dass pünktlich zum Weihnachtskommerz der dortige Popstars-Ableger “Factor-X” zum Finale kommt, damit der Sieger dann seinen 0815-Song durch jede Werbepause schleimen kann und sein austauschbares Gesicht an jeder Littfasssäule Londons prangen kann. Dieses Jahr nichts neues:

“The Climb” ist eine unfassbar eintönige und langweilige Standard-Ballade von irgendeinem Jahrgang-1991-Bubi namens Joe McElDerry oder so (mal in 2 Monaten fragen, wer den noch kennt?). Es schien alles wie immer zu laufen: Millionen Teenager setzen dieses Machwerk und eventuell auch den dazugehörigen Klingelton auf ihren rosa Wunschzettel, das Konzept von Endemol geht auf und alle haben an Weihnachten ne goldene Nase. 
Doch es kommt anders. Bei Facebook finden sich über eine Gruppe eine Handvoll Menschen zusammen, die unheimlich genervt sind von der medialen Dauerbefeuerung und dem Kommerz um so viel Person und so wenig Musik. Sie gründen (zunächst als Jux) eine Gruppe “Rage Against The X-Factor”. Und damit haben sie offenbar einen Nerv getroffen: Innerhalb von Stunden explodieren die Mitgliederzahlen dieser Gruppe und im Forum entsteht eine Idee. Mit so vielen Mitgliedern (mittlerweile über 800.000) muss es noch möglich sein, den Factor-X-Schnulz von der Chartspitze zu stürzen. Und zwar mit einem über 16 Jahre alten Song von Rage Against The Machine.

Das legendäre “Killing In The Name” ist der Anti-Song zum Kommerz. Er stammt vom ebenso legendären Album “Rage Against The Machine” und ist nicht nur lyrisch zu Recht eines der besten Alben der 90er-Jahre.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Gruppe schafft das Unglaubliche:

Nach 16 Jahren von 0 auf 1: Rage Against The Machine’s “Killing In The Name” wird Weihnachten auf Platz 1 der britischen Single-Charts verbringen. Vor “The Climb”. Die bereits auf das Albumcover von Elderry geklebten “Number 1″-Sticker sind unbrauchbar.
“Killing In The Name” wurde von Tom Morello und Co in einer Garage im runtergekommen Industrieslum von LA geschrieben, an “The Climb” waren bis zu sechs überbezahlte Songwriter beteiligt. Und während RATM ihr entsprechendes Debütalbum noch selbst an einem Tisch am Showende verkauft haben, belaufen sich die Marketingkosten für Mr. McElderrys Werk auf geschätzte vier Millionen Pfund.
Musik schlägt Kommerz, das ist großartig! Ich begrüße das ausdrücklich, schieb den RATM-Silberling in den Hörgang und wünsch euch einen schönen vierten Advent!
Kuksi
1.12.2009, 00:04 in Allgemein | Kommentare (0)

Mich als Kunstkenner zu adeln, wäre nicht sachdienlich. Aber so ab und an gelingt es einigen Künstlern oder Werken, meine Aufmerksamkeit an sich zu reißen. So auch geschehen mit einem Herrn Kris Kuksi. Der Gute fabriziert (neben Zeichnungen und Gemälden) vor allem unheimlich spannende Skulpturen. Eine schwindelerregende Detailtreue und eine immer etwas schaurige Atmosphäre…
Je mehr ich mit meinem erbärmlichen Sachverstand hier schwafeln würde, umso mehr würde ich euch die Zeit nehmen, selbst einen Blick zu werfen…
Adventskalender
29.11.2009, 19:13 in Allgemein | Kommentare (2)

Und bei euch? 
Frohen ersten Advent!
Bildung
25.11.2009, 01:03 in Allgemein | Kommentare (4)
Hier kurz mal meine Ausführungen zur aktuellen Studienreform-Debatte.
Ich war heute auf einer Demonstration meiner Universität gegen die aktuelle Siuation bezüglich der Bsc/Msc-Studiengänge. Was läuft schief?
Generell richtete sich die Demo gegen zwei Punkte.
Die Umsetzung Bachelor/Master
Die Bologna-Studienreform hat alte Abschlüsse wie das Diplom abgelöst und sollte vor allem die Vergleichbarkeit der Studiengänge in Europa verbesseren. In diesem Kritikpunkt haben die Demonstranten meine volle Unterstützung: Die Umsetzung dieser Studiengänge ist im großen Stil schiefgelaufen. Das größte Problem ist wohl die dramatische Verschulung des Studiums. Man bekommt am Anfang eines jeden Semesters einen Stundenplan vorgesetzt, den man abreißt oder stirbt. Wahlmöglichkeiten? Wenig bis gar keine. Flexibilität? Null. Auch ist eben jener Stundenplan durch den Zeitdruck, den Stoff in 6 Semestern durchdrücken zu müssen, entsprechend vollgepresst. Ich habe 10Std-Tage, Freitags sitze ich meist bis weit nach 18Uhr in der Uni…In anderen Studiengängen sieht es noch unbequemer aus. Sich das Studium durch einen Nebenjob zu verdienen, ist in den meisten Studiengängen schlicht ein Ding der Unmöglichkeit. Also ist man am Ende eines Bsc-Studiums vor allem eins: Verschuldet.
Am Ende jedes Semesters sind dann eine Vielzahl an Klausuren an der Reihe, meist mehrere in einer Woche. Stupides Auswendiglernen ist die Folge. Wieviel Stoff von einer Woche mit 5 Klausuren übrigbleibt, ist fraglich.
Mein Studiengang ist ein Projektstudium. Prüfungsleistungen sind hier (neben Klausuren) vor allem Disputationen, Projektberichte oder Vorträge. Aus Erfahrung weiß ich, dass so etwas so viel mehr für das eigene Wissen bringt, als eine 180min-Klausur.
Und seien wir doch mal ehrlich: Ohne entsprechenden Master bringt auch ein guter Bachelor-Abschluss herzlich wenig. Also muss man auch einen bestimmten Notenschnitt erreichen, die Plätze in einem Msc-Studiengang sind begrenzt.
Der Druck, möglichst effizient und schnell möglichst viel Stoff in die Studenten hineinzupressen, um so der Wirtschaft zu gefallen, verhindert im hohen Maße eine Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Die Studiengänge werden (auch wegen der viel zu hohen Zahl an Erstsemestern) überfüllt, in manchen Hörsälen gibt ist nur noch Plätze auf Treppen oder im Gang. Hier muss dringend nachgebessert werden. Ob die Rückkehr des Diploms da die Lösung ist, weiß ich nicht. So wie jetzt geht es auf jeden Fall nicht.
Studiengebühren
Dieses Thema ist schwieriger. Klar, 720€ (Semesterbeitrag und Studiengebühr) jedes halbe Jahr ist happig. Dass das eine gewisse Zahl von begabten Studenten vom studieren abhält, ist für mich außer Frage. Das darf nicht sein. Da soll mir auch niemand mit den Studienkrediten kommen: Wenn man sich über einen solchen Kredit die Studiengebühren bezahlen lässt, verschuldet man sich eben bei den Lebenskosten. Ein eventuell helfender Nebenjob ist meist aus Zeitgründen (s. oben) nicht möglich.
Doch dieses Thema hat eine Kehrseite, finde ich. Ist es nicht abstrus, dass man freies Studium für einige fordert, aber Kindergartenplätze (die jeder brauch) eine Menge Geld kosten? Auch wenn man sich die Statistiken der Studenten mal anschaut, sind es doch auch in der studiengebührfreien Zeit fast kaum Studenten gewesen, die auf keine Unterstützung aus dem Elternhaus hoffen konnten.
Ein kostenloses Studium müsste also vom land finanziert werden, das sich die Ausgaben natürlich an anderer Stelle zurücksparen muss. Ob damit nicht Menschen ein Studium bezahlen, die gar nicht studieren, ist die Frage….
Außer Frage bescheuert sind Ansätze, mit Studiengebühren irgendwelche Rentenlöcher stopfen zu wollen. Das meint heute zum Glück niemand mehr ernst. Das Geld gehört zu 100% an die Universitäten. Womit wir aber wieder bei einem Contra-Punkt gegen Studiengebühren sind. Schaut man sich die Abrechnungen der einzelnen Fakultäten an, so stellt man fest, dass Unsummen an Studiengebühren einfach auf irgendwelchen Konten rumliegt und damit herzlich wenig veranstaltet wird. Auch das geht natürlich nicht…
So. Jetzt wisst ihrs.
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Robert?
- Name: Robert Nieberg
- Alter: 23 (15.12.1986)
- Aus: Lauenburg.de / Herne.de
- Beruf:Student (Verkehrsplanung)
- Musik: Stromgitarre
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Aktuell in: Herne
In Lauenburg ab:ab 19.Dez
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